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23/01 2012

Liberaler Jahresauftakt mit Gudrun Kopp und Hans-Dietrich Genscher (Fortsetzung)

Detmolds FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Trappmann ging in seiner Begrüßung auf die vielfältigen Begegnungen zwischen ihm und Genscher ein: Als junger Journalist habe er den Bundesaußenminister auf der "Bonner Bühne" begleitet, später zum Redaktionsgespräch in Detmold empfangen. Im Jahr 2000 war Genscher dann beim Liberalen Netzwerk Lippe zu Gast, wo er seine "Detmolder Rede" zum zehnten Jahrestag der Deutschen Einheit hielt. Vor zwei Jahren besuchte der Ehrenvorsitzende das Grünkohlessen des FDP-Bezirksverbands in Bad Salzuflen und kurz darauf die Herzspezialisten im Detmolder Klinikum, um hier eine Spendenübergabe zu begleiten.

 Gudrun Kopp stellte ebenfalls persönliche Bezüge zu Genscher her: Erst vor kurzem habe sie in ihrer Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung während einer Lateinamerika-Reise erfahren, dass der ehemalige Bundesaußenminister wegen seiner großen Verdienste zum Ehren-Staatsbürger von Costa Rica ernannt worden sei. Umso mehr freue sie sich, dass Genscher ihrem Ruf ins Lipperland gefolgt sei.

 Der Ehrengast nahm den Ball gerne auf: Eine Chance zur Absage habe er gar nicht gehabt. "Frau Kopp lädt Politiker nicht zu ihren Veranstaltungen ein, sie rekrutiert sie." Genschers Rede wirkte dann aber ganz und gar nicht wie eine Pflichtübung. Im Gegenteil: Kämpferisch wie eh und je, rief er die eigenen Parteifreunde erst einmal dazu auf, den "Selbstschmerz" und die inneren Auseinandersetzungen zu den Akten zu legen. "Jetzt ist die Abteilung Attacke gefordert", um die Krise der Liberalen zu überwinden. Tagespolitisch teilt Genscher die Ansicht seiner Gastgeberin. Beide sehen Deutschland und seine Partner derzeit „in der entscheidenden Phase für einen neuen Fiskalpakt.“ Gemeinsame Steuermaßstäbe sollen die Staaten Europäische Union fester aneinander koppeln. Nationale Alleingänge und gleich mehrere Rollen rückwärts, so Kopp mit Blick auf die anstehende Bundestags-Entscheidung über einen dauerhaften Euro-Rettungsschirm, brauche niemand.

 Ohne die Euro-Skepsis eines Teils der Liberalen anzusprechen, wurde Genscher noch deutlicher: Nationaler Egoismus ist der Feind der Verständigung." Und: „Die europäische Einigung war nicht nur die Antwort auf die Vergangenheit, sie ist auch Vorbereitung auf die Zukunft." Seine Analyse: Die Gewichte in der Welt verschöben sich dramatisch. Chinas Volkswirtschaft mit 1,3 Milliarden Menschen, schon bald überholt von Indien mit künftig noch mehr Konsumenten, stelle "die kleinen Staaten Europas" vor eine riesige Herausforderung. Nur gemeinsam hätten eine halbe Milliarde Europäer mit der größten Volkswirtschaft der Welt und dem größten Anteil am globalen Handel eine Chance, urteilte Genscher beim Blick auf das große Ganze. Deshalb müsse Europa, das wegen der Staatsschuldenkrise Anlass zur Sorge gebe, rasch wieder auf den Pfad der Stabilität geführt werden, sagte Genscher. "Wir müssen nicht fragen, was ist falsch am Euro?"

 Viel wichtiger sei die Frage: „Was haben wir falsch gemacht mit dem Euro?“ Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine Bläsergruppe des Detmolder Jugendorchesters unter der Leitung von Udo Mönks. Gudrun Kopp war voll des Lobes für die jungen Musiker: Sie seien in einem harmonischen Gleichklang aufgetreten, wie sie ihn sich für die FDP nur wünsche. Daher freue sie sich darauf, das komplette Jugendorchester zu hören, wenn es Anfang Februar im Grabbe-Gymnasium gemeinsam mit dem Partnerorchester von der McLean Highschool aus Washington auftreten werde. 

09/07 2011

Ehrung für engagierten Musikpädagogen aus Detmold (Fortsetzung)

Wir ehren Herrn Mönks heute aber nicht wegen seiner engagierten dienstlichen Tätigkeit. Wir zeichnen ihn aus, weil Herr Mönks bei aller Begeisterung für die Musik und das gemeinsame Musizieren immer auch den Mensch durch gemeinsame Erlebnisse fördern möchte und nicht nur den Musiker. Klassische Jugendarbeit eben. Als Udo Mönks 1976 als Referendar ans Grabbe-Gymnasium kam, zeigte er sofort sein großes Interesse an gemeinsamen Aktivitäten außerhalb der Schule. Er nahm seinen eigenen VW-Bulli und einen weiteren Privatwagen und fuhr mit dem kleinen Kreis junger Musiker erst mal zur gemeinsamen Freizeit nach Meinerzagen. Aus dieser Initiative ist der regelmäßige Aufenthalt junger Musiker in Kloster Brunn im Sauerland geworden, den Herr Mönks noch immer mit großer Begeisterung jeweils über die Karnevalstage anbietet. Aus dem kleinen Kreis von damals ist inzwischen ein großes Orchester der Sekundarstufe I mit rund 50 Jugendlichen geworden.

Die Fahrt nach Kloster Brunn ist aber aber nur ein Baustein. Wenn die Schüler älter und musikalisch perfekter werden, übernimmt sie Herr Mönks ins Detmolder Jugendorchester, das ausdrücklich auch den Schülern aller anderen lippischen Schulen offensteht. Herrn Mönks ist es wichtig, den Musikern des DJO – so die Abkürzung des Jugendorchesters - auch Perspektiven außerhalb Lippes zu bieten. Aus diesem Grund knüpfte er Kontakte zur Mc Lean Highschool in der direkten Nachbarschaft der US-Hauptstadt Washington. Einmal pro Jahr treffen sich unter seiner Leitung Deutsche und Amerikaner zu einer Begegnung in Deutschland oder den USA. Der formale Anlass hierzu ist ein gemeinsames Konzert, doch die wichtigsten Erlebnisse machen die jungen Leute im Rahmen des transatlantischen Austauschs abseits der Orchesterproben.

Der dritte Baustein für Herrn Mönks sind die Jugendbegegnungen in Finnland. Seit Anfang der 90er Jahre macht er sich regelmäßig mit dem Salonorchester auf den Weg nach Skandinavien, um gemeinsam mit den jungen Musikern Musik- und Kunstver-mittlung in Finnland zu erleben und die Lebensart junger Finnen kennen zu lernen..

Wir haben heute zwei junge Menschen hier bei uns, die gemeinsam mit Herrn Mönks schon mehrfach unterwegs waren. Anna Woste und Niels Heumann haben den Mönks-Spirit in Kloster Brunn und in Washington bereits erlebt. Wir freuen uns, dass sie heute nach Bad Salzuflen gekommen sind und gleich nach dem nächsten Musikstück die Auszeichnung stellvertrend für Herrn Mönks entgegen nehmen. Anna Woste spielt Klarinette. Nils Heumann spielt Klavier und Geige. Beide Musiker haben Herrn Mönks bereits seit dem fünften Schuljahr als Lehrer erlebt und beide werden, davon bin ich überzeugt, den Wert der speziellen Mönks’schen Jugendarbeit als Bereicherung mit ins Leben nehmen.“

Die Krekeler-Medaille wird von der lippischen FDP zur Erinnerung an Dr. Dr. h.c. Heinz Krekeler verliehen. Heinz Krekeler hat in der Nachkriegszeit dem FDP-Kreisverband Lippe gegründet und war erster Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den USA.

Fortsetzung:„Jedem Kind ein Instrument“


Angestoßen von der Detmolder FDP kommt damit eine ehrgeizige Bildungsinitiative des Landes NRW auch nach Ostwestfalen. Erdacht in Bochum, entwickelt von der Kulturstiftung des Bundes, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V., erfreut sich dieser Beitrag zum Programm der Kulturhauptstadt Europas „Ruhr 2010“ in der bildungspolitischen Landschaft wachsender Beliebtheit. Über die vier Grundschuljahre ist dort der zunächst elementare, dann instrumentale Musikunterricht, der in enger Zusammenarbeit von Grund- und Musikschule erfolgt, konzipiert. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler startete im Schuljahr 2007/2008 JeKi in 34 Kommunen des Ruhrgebiets mit ebenso vielen Musikschulen und 223 kooperierenden Grundschulen. Trägerin des Programms ist die inzwischen gegründete Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“, die aktuell mit Beginn diesen Schuljahres in 42 Kommunen des Ruhrgebiets mit 56 beteiligten Musikschulen und 522 kooperierenden Grundschulen insgesamt 27.700 Erstklässler betreut.

Das Detmolder Modell

Den Beteiligten in Detmold ist wichtig, dass die musikalische Betätigung für die Kinder keine „Eintagsfliege“ ist. Dementsprechend ist das Unterrichtskonzept - als weiterer Baustein der musikästhetischen Bildung an der Freiligrathschule - auf Nachhaltigkeit angelegt: Im ersten Halbjahr werden mit ganzheitlichem Ansatz die musikalischen Grundlagen geschaffen. Mit mehr als einem Dutzend Djembés (afrikanische Trommeln) in Kindergrößen werden unter der Leitung von Reinhard Klinkemeier (Schlagzeuglehrer an der JBS) mit ganzem Körpereinsatz rhythmische Grundmuster und das wichtige Zusammenspielen erlernt. Sie bilden das Fundament für ein stabiles Taktgefühl im gemeinsamen Sprechen und Singen, einem weiteren Grundpfeiler des ersten Halbjahres, für den Johanna Lauterbach (Elementar- u. Blockflötenpädagogin der JBS) neben anderem verantwortlich ist. Grundschullehrerin Margarete Hentschel ist immer mit dabei und sorgt dafür, dass die im zusätzlichen Musikunterricht erarbeiteten Fertigkeiten und Kenntnisse in der zweiten Musikstunde der Woche gefestigt werden.

Das folgende Schulhalbjahr bringt mit der ausführlichen Vorstellung der Instrumente, die im zweiten Schuljahr dann in Gruppen erlernt werden können, neue aufregende Aspekte für die Kinder mit sicherlich hohem Motivationseffekt.

Die Teilnahme im ersten Projektjahr ist für die Eltern gebührenfrei, da das Land NRW und die Stadt Detmold die gesamten Kosten tragen. Im zweiten Jahr fällt eine Gebühr von maximal 20 Euro pro Monat an.

Für das letzte Grundschuljahr ist dann eine Elternbeteiligung von monatlich maximal 35 Euro vorgesehen.

Das gewählte Musikinstrument steht den Kindern ab dem zweiten Projektjahr als kostenlose Leihgabe für den Unterricht und für das Üben zu Hause zur Verfügung. Ein Stipendienwesen für Familien in schwierigen finanziellen Situationen ist vorgesehen.

Herausforderung für beide Schulen

Für Freiligrathschule und Johannes-Brahms-Schue ist dieses Pilotprojekt eine neue Herausforderung mit lohnendem Ziel, der sich Schulleitungen und Lehrkräfte mit großem Elan stellen: Rektor Bernd Hölscher gab grünes Licht für die durchaus auch einmal lautstarke Veränderung in seiner Schule und räumt Stolpersteine aus dem Weg. Konrektor Herbert Dierker stimmte den gesamten Schul-Stundenplan auf die Erfordernisse der Kooperation ab: ein gemeinsamer Wochentag musste gefunden werden, an dem die zunächst zwei Musikschullehrer zur Verfügung stehen und beide 2. Klassen an aufeinander folgenden Stunden in Musikraum und Aula in jeweils halber Klassenstärke arbeiten können.

Eine besonders wichtige Grundvoraussetzung für das Detmolder Konzept ist dadurch gegeben, dass Grundschullehrerin Margarete Hentschel auch ausgebildete Blockflötenpädagogin ist. Als ehemalige Kollegin an der JBS kennt sie die Bedürfnisse der Instrumentalpädagogik aus eigener Erfahrung – beste Voraussetzung für den Tandemunterricht, in dem Grundschul- und Musikschullehrkraft zusammenarbeiten. Diese gegenseitige Kompetenzergänzung und die daraus resultierende Bereicherung ermöglichen eine intensive Zusammenarbeit und eine optimale Unterrichtsbetreuung der Kinder.

Pilotprojekt

Freiligrathschule und Johannes-Brahms-Schule freuen sich, als einzige Partner in Ostwestfalen-Lippe - neben Bielefeld - am JeKi - Projekt teilnehmen zu können, das hier für zwei Jahre vom Land NRW maßgeblich gefördert wird. Das Projekt wird eine wichtige Bedeutung für das gesamte Schulleben einnehmen, fördert es über das spezielle musikalische Ausbildungskonzept doch auch das soziale Lernen jedes einzelnen Kindes für sich und in der Gemeinschaft.


Varusjahr in Detmold>






Es ist angerichtet!





Fortsetzung>FDP warnt vor Fehlinvestitionen

Hierzu finden sich im Schulentwicklungsplan keinerlei Aussagen. Hinzu kommt, dass erste Erfahrungen mit einer Mittagessenversorgung am Leopoldinum zeigen, dass der tatsächliche Bedarf weit höher ist als zuvor geschätzt." Erfahrungswerte gebe es inzwischen auch für das Wahlverhalten der Eltern zum Besuch der Grundschule. Trotz verbindlicher Vorschrift im Schulgesetz sei dies im derzeit gültigen Schulentwicklungsplan nicht berücksichtigt. Auch seien teilweise unkorrekte Schülerzahlen als Grundlage der bisherigen Planung herangezogen worden. Ebenfalls unberücksichtigt sei trotz Nachfrage der FDP-Fraktion der Einfluss der Schulen freier Träger im Stadtgebiet geblieben. Inzwischen sei in diesem Bereich aber ein weiteres Gymnasium entstanden; die bereits bestehenden Schulen freier Träger erfreuten sich zudem eines großen Zulaufs. "Entscheidungen, die derzeit auf der Grundlage des gültigen Schulentwicklungsplanes getroffen werden, müssen angesichts der weit reichenden Veränderungen als fahrlässig eingestuft werden. Insofern drohen bei anstehenden Bauvorhaben Fehlinvestitionen in Millionenhöhe", warnt Fraktionsvorsitzender Thomas Trappmann.






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