Position der FDP zum Volksbegehren der Initiative „g9-jetzt-nrw.de“

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Position der FDP zum Volksbegehren der Initiative „g9-jetzt-nrw.de“

Unter dem Titel: „g9-jetzt-nrw.de – Elterninitiative für Kinderrechte“ findet zurzeit in Nordrhein-Westfalen der Versuch statt, genügend Unterschriften für ein Volksbegehren zu sammeln. Um das Volksbegehren erfolgreich einzuleiten, werden 1.060.963 Unterschriften von deutschen Staatsbürgern ab 18 Jahren aus NRW benötigt.

Auf der Homepage: https://www.g9-jetzt-nrw.de/home.html können sich Interessierte über die Initiative, ihre Forderungen und ihre Argumentation informieren.

Wer dies tut, erfährt, dass es um weit mehr geht, als die Frage G8 oder G9. Es geht nämlich ebenfalls um die Abschaffung des Nachmittagsunterrichtes und die Kürzung der Stundenanzahl an Schulen der Sekundarstufe I.

Um Ihnen bei der Entscheidungsfindung eine Hilfestellung zu geben, ob auch Sie Ihre Unterschrift für das Volksbegehren abgeben wollen, finden Sie hier die Position der FDP:

 

Position der FDP zum Volksbegehren G9

Thema: Im Volksbegehren der Initiative „G9-jetzt-NRW“ wird die Rückkehr zu G9 mit Rücknahme der erfolgten Änderungen gefordert: Die zweite Fremdsprache soll ab Klasse 7 starten, die Sek 1 sechs Jahre und max. 180 Jahreswochenstunden umfassen, die Oberstufe drei Jahre – und der Nachmittagsunterricht soll weg. Wie beurteilt die FDP diese Forderungen im Einzelnen?

Position: Das FDP-Konzept berücksichtigt unterschiedliche Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort. Wir möchten Wahlfreiheit: Neben der Möglichkeit zur Rückkehr zu G9 ist uns wichtig, dass Gymnasien, die G8 erfolgreich umsetzen, dies künftig weiter tun können. Die Oberstufe muss aus Sicht der Freien Demokraten weiterhin dreijährig und vergleichbar ausgestaltet sein. Denn wir möchten Anschlussmöglichkeiten und Durchlässigkeit sichern und die gymnasialen Oberstufen nicht zersplittern. Für den G-9-Bildungsgang an Gymnasien sehen wir wie beim früheren G9 179 Jahreswochenstunden in den Klassen 5 bis 10 vor. Nachmittagsunterricht muss in der Sekundarstufe I bei entsprechender Stundenplangestaltung nicht stattfinden. Die FDP möchte zusätzliche Lehrerressourcen bereitstellen, um auf freiwilliger Basis insgesamt weitere 9 Stunden als Angebot z.B. für Vertiefungsunterricht zu ermöglichen. Ab der 7. Klasse beginnt die zweite Fremdsprache. Am Ende der 10. Klasse wird der mittlere Schulabschluss vergeben. Die für alle Schulformen geforderten verbindlichen 180 Jahreswochenstunden lehnt die FDP ab, weil dadurch an anderen Schulformen sowie gerade für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler Unterrichtsstunden zwangsweise gestrichen würden.

Ein Volksbegehren ist ein legitimes und bewährtes Mittel unserer Demokratie. Es obliegt den Bürgerinnen und Bürgern, ob es erfolgreich ist oder nicht.

Jede Diskussion um G8/G9 muss aus Sicht der Freien Demokraten zuallererst als Qualitätsdebatte geführt werden. Das FDP-Konzept beinhaltet mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Wahlfreiheiten. Wir berücksichtigten unterschiedliche Wünsche und ermöglichen ein regional vielfältiges Angebot. Neben dem Verbleib bei G8 können Schulen sich für einen G9-Bildungsgang entscheiden. Unter bestimmten Voraussetzungen sieht das FDP-Konzept auch ein sogenanntes Y-Modell vor, ein Parallelangebot beider Bildungsgänge an einer Schule.

Unabhängig von der Ausgestaltung des Bildungsgangs möchten wir Gymnasien besser unterstützen. Die rot-grüne Landesregierung hat diese Schulform jahrelang vernachlässigt. Wir wollen Stellenstreichungen rückgängig machen und streben – wie auch für die anderen Schulformen – eine durchschnittlich 105-prozentige, mittelfristig besser eine 108-prozentige Lehrerversorgung an. Benachteiligungen etwa bei der geringen Unterstützung durch Schulsozialarbeit wollen wir abbauen, die Fortbildung stärken und die Schulen von Bürokratie entlasten. Gleichzeitig muss den Schulen mehr pädagogische Freiheit gewährt werden, um dem gesetzlichen Auftrag der Vermittlung vertiefter allgemeiner Bildung besser entsprechen zu können.

Von | 2017-02-15T20:38:51+00:00 15. Februar 2017|FDP NRW, Programm|

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